Vereinsgründung 1971

An einem Sommertag im Jahre 1970 trat Alois Eckert mit dem Vorschlag auf, eine Musikkapelle zu gründen. Seine Anregung fand sofort großen Anklang im Ort.

In kurzer Zeit bekundeten aus Rödles 29, aus Reyersbach 6, aus Bastheim 4 und aus Braidbach 3 Jugendliche ihr Interesse an einer musikalischen Ausbildung.

Als Musiklehrer konnte Anton Kümmeth aus Fladungen gewonnen werden. Bereits im September 1970 begannen Toni Kümmeth und sein Sohn Lothar mit voller Hingabe die Grundausbildung der motivierten Kinder und Jugendlichen.

Am 28.02.1971 fand die Gründungsversammlung der Jugendtrachtenkapelle Rödles im Dorfgemeinschaftshaus statt.
31 Anwesende erklärten sofort ihre Mitgliedschaft. Die Wahl der 1. Vorstandschaft brachte folgendes Ergebnis:

                  1. Vorstand:     Alois Eckert, Rödles

                  2. Vorstand:     Otto Fiedler, Rödles

                  Schriftführer:    Josef Kammer, Rödles

                  Kassier:            Richard Molitor, Rödles

                  Notenwart:        Edgar Seyfried, Rödles

                  1. Beisitzer:      Alex Sitzmann, Bastheim

                  2. Beisitzer:      Wilfried Baumeister, Braidbach

                  3. Beisitzer:      Hugo Türk, Reyersbach

 

Ein Vorentwurf der Satzung wurde nun ausgearbeitet und der Beitritt zum Nordbayerischen Musikbund für das Ende der Grundausbildung beschlossen.

Am Palmsonntag und am Osterfest 1971 begleiteten die Jungmusiker bereits die Prozessionen.

Am 04.07.1971 zur Feier des Kirchenpatrons St. Ulrich stellte die junge Kapelle ihre guten Fortschritte unter Beweis, indem sie die Öffentlichkeit mit einem gelungenen Standkonzert überraschte. An Weihnachten 1971 gestaltete die Kapelle erstmals eine eigene musikalische Feier.

In der Generalversammlung am 05.03.72 wurden die Grundzüge für heimatgebundene Tracht nach Planung und Skizzen von Rektor Max Mölter, Kreisheimatpfleger aus Nordheim, festgelegt: schwarze Kniebundhose, weißes Hemd, roter Seidenschleifenbinder, ärmellose schwarze Weste mit aufgestickter Silberdistel als Vereinswappen, weiße Kniebundstrümpfe und schwarze Trachtenschuhe. Diese Tracht wurde bis heute für die Herren so weiter geführt.

Im Sommer 1972 begann in Braidbach eine weitere Gruppe von neun Spielern mit der Grundausbildung. Durch fleißiges Proben konnten diese Nachwuchsmusiker bereits Anfang 1973 in die Jugendtrachtenkapelle aufgenommen werden.

Am 03.06.1973 nahm die Kapelle in Großbardorf zum zweiten Mal in der Unterstufe an einem Wertungsspiel teil und erzielte einen „1. Rang mit Auszeichnung“.  Auch in der Mittel- und Oberstufe erhielt die Kapelle in den folgenden Jahren diese Auszeichnung.        

Im Herbst 1974 hatte die Kapelle 52 aktive Spieler, im September begannen weitere 16 Jugendliche mit der Ausbildung.

Höhepunkt des Jahres 1975 was das Kreismusikfest vom 13.06. – 16.06.1975 unter der Schirmherrschaft von Rosemarie Preh.

Herausragend war der Festzug mit 32 Kapellen und dem anschließenden Gemeinschaftschor. Viele von euch können sich bestimmt noch sehr gut an dieses Fest erinnern.

Neben all der musikalischen Arbeit und Anstrengung kam das gesellige Miteinander im Musikverein nicht zu kurz. Mehrtägige Ausflüge 1976 nach Berchtesgaden und 1978 nach Berlin förderten das Gemeinschaftsgefühl. Es folgten noch 1987 eine Fahrt nach Bonn mit Besuch des Deutschen Bundestages und 1992 ein Wochenendausflug an den Chiemsee.

1981 legte Toni Kümmeth, der hervorragende Aufbauarbeit geleistet hatte, das Dirigentenamt nieder. Als Ehrendirigent fühlte er sich bis zu seinem Tod mit der Jugendtrachtenkapelle Rödles verbunden.

Wilfried Baumeister übernahm die Leitung der Kapelle.

Sein  Schwerpunkt war die Marschmusik. Bei mehreren Marschmusikwettbewerben war die Trachtenkapelle erfolgreich.

Durch den Austritt einiger Musiker aus beruflichen Gründen nahm Ende der 70er und in den 80er Jahren die Zahl der aktiven Musiker stark ab. Um den Fortbestand der Trachtenkapelle bis heute zu sichern, wurden immer wieder Kinder und Jugendliche neu ausgebildet.

Dies geschieht in den letzten Jahren durch qualifizierte Fachlehrer der Kreismusikschule Bad Königshofen.

Im Jahr 1983 wurde der seit Gründung 2. Vorstand Otto Fiedler nun 1. Vorstand.

Sechs Jahre später, 1989, wurde Erich Straub zum 1. Vorsitzenden gewählt.

Dieses Amt hatte er bis 2007 inne.

Im September 1998 übernahm Gerold Straub die Dirigentschaft. Wilfried Baumeister wurde aufgrund seiner besonderen Verdienste und langjähriger Vereinszugehörigkeit zum Ehrendirigenten ernannt.

Seit Mai 2003 wird die Trachtenkapelle von Jutta Fatt dirigiert.

Im Jahr 2004 nahm die Kapelle in Hohenroth an einem Polkawettbewerb erfolgreich teil.

Im Juli 2005 ging ein Konzert der anderen Art in der Scheune der Familie Link über die Bühne. Drei unterschiedliche örtliche Musikstile wurden zum „Sound aus der Scheune“ vereint: der Blechsound der Trachtenkapelle Rödles, der Sambarhythmus der Gruppe Ratatong und die Frauenstimmen des Dorfes. Dies wurde ein gelungener Konzertabend in besonders urigem Ambiente.

Im Jahr 2006 feierte die Trachtenkapelle 35. Geburtstag. Eröffnet wurde dieses Jubiläumsjahr im März mit einem Festkommers, bei dem wie heute Abend auch, zahlreiche Musiker für besondere Verdienste ausgezeichnet wurden.

 „Durfplatzmusik“ konnten die Bewohner von Rödles am 06.Mai genießen und sich von den Strapazen des alljährlichen 1.Maifestes erholen.

Ein von den Jugendlichen der Trachtenkapelle organisierter Filmabend im Backhaus von Rödles fand viel Anklang bei den treuen Mitgliedern des Vereins. Gezeigt wurde eine Filmdokumentation über das erste große Musikfest der Kapelle im Jahr 1975.

„Musik, Kunst und Mehr!“ so lautete das Motto des Besengau-Blaskapellentreffens vom 09.- 11. September im Jubiläumsjahr 2006 in Rödles. Hier wagte der Musikverein neue Schritte. Statt einem großen Festzelt auf dem Festplatz neben dem Spielplatz entschied sich die Vorstandschaft für ein kleineres Zelt auf dem Dorfplatz und die Nutzung des Dorfgemeinschaftshauses. Diese Neuerung kam bei den Besuchern gut an. Außerdem wurden in der Dorfmitte Kunstwerke, die in mehreren Workshops unter der fachkundigen Leitung von Herbert Waibl entstanden waren, in einer sogenannten Kunstmeile ausgestellt, die großen Zuspruch fand.

Am 13.01.07 fand die 36. Generalversammlung der Trachtenkapelle Rödles statt. Die durchgeführte Neuwahl der Vorstandschaft brachte personelle Veränderungen an der Vereinsspitze.

Michael Baumeister folgte dem langjährigen 1.Vorstand Erich Straub nach, Gudrun Fries dem 2.Vorstand Ansgar Eckert.

Erich Straub wurde in der Generalversammlung 2008 zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Auch stand in dieser Mitgliederversammlung eine Änderung der Vereinssatzung im Mittelpunkt. Seit dem 11.03.2008 ist die Trachtenkapelle im Vereinsregister eingetragen und somit nun Trachtenkapelle Rödles e.V..

Absoluter Höhepunkt im Jahr 2009 war das 37. Besengau-Blaskapellentreffen vom 18. – 20.Juli in Rödles. Das Motto lautete wie drei Jahre zuvor : Musik, Kunst und mehr!

Das Musikfest begann am Samstagabend mit einer Musik-Session, zu der alle Musiker, die Freude am gemeinsamen Musizieren haben, eingeladen waren.

Ab 20 Uhr sorgten die „Rossinis“ für italienisches Ambiente.

Im Jahr 2011 hatten unsere neun Nachwuchsmusiker ihren ersten öffentlichen Auftritt. Sie spielten am Weihnachtskonzert bei zwei Musikstücken in der großen Kapelle mit und meisterten ihre Sache bestens.

Abschließend möchte ich die alljährlich stattfindenden Veranstaltungen aufzählen, an denen die Trachtenkapelle Rödles mitwirkt.

Dies ist zum einen das Gustav-Fuchs-Fest, das abwechselnd von den vier Vereinen MV Bastheim, MV Wollbach, MGV Wollbach und Trachtenkapelle Rödles e.V. ausgerichtet wird.

Daneben wechseln sich die drei Blaskapellen des Besengaus ab, das Besengaublaskapellentreffen zu organisieren.

Lange Tradition hat auch schon das Standkonzert auf dem Bad Neustädter Marktplatz.

Ab und an hat die Trachtenkapelle auch schon in Mellrichstadt beim Standkonzert mitgewirkt.

Nicht vergessen werden darf die alljährliche Teilnahme am Weihnachtskonzert in der Besengauscheune Bastheim. Hier liegt der Schwerpunkt auf konzertante Blasmusik.

Hinzu kommen noch mehrere Ständchen zu runden Geburtstagen und Ehejubiläen der Mitglieder sowie die Umrahmung von kirchlichen Feiertagen.